into Johannesburg
"Das Interessante an Johannesburg ist die Dichte von Ereignissen, welche die Stadt in extrem kurzer Zeit verwandelt haben. Hier herrscht eine Dynamik, die gefährlich und schön zugleich ist. Die Textur meines Stücks wird charakteristische Klangfarben aus dem musikalischen Leben von Johannesburg tragen – es soll ein Geschöpf zwischen zwei Extremen werden: einer negativen und einer positiven Wirklichkeit." Lucia Ronchetti
Vor den ersten Goldfunden im späten 19. Jahrhundert dehnte sich dort, wo heute das Zentrum Südafrikas liegt, eine weite, unberührte Savannenlandschaft aus. Johannesburg oder Egoli – Ort des Goldes –, wie die Stadt in der Sprache der Zulu heißt, ist auch nach dem Ende der Apartheid von extremen Kontrasten gezeichnet. Während im Zentrum Johannesburgs viktorianische Fassaden und moderne Wolkenkratzer von Reichtum zeugen, sind die ärmlichen Siedlungen in den umliegenden Townships Domizil der – meist schwarzafrikanischen – Verlierer des neuen Booms. Johannesburg gilt als eine der gefährlichsten Städte der Welt und ist doch zugleich von einer kraftvoll pulsierenden Lebendigkeit geprägt.